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Hauseinführungen frühzeitig planen
Bauverträge enthalten bei Hauseinführungen meistens den Passus “ Ist bauseits zu stellen“. Das bedeutet, dass der Bauherr die Hauseinführung rechtzeitig, also in der Regel vor Baubeginn zur Verfügung stellen muss. Dabei muss er beachten:
Auf der Basis geltender Anschlussverordnungen haben Netzbetreiber und Versorgungsunternehmen (z.B. Stadtwerke, Wasserwerke) das Recht, Art, Zahl und Lage der Hauseinführungen zu bestimmen, denn Einführungssysteme sind ein Teil des Gebäudes und bleiben im Besitz des Hauseigentümers („sind bauseits zu stellen“).
Eine rechtzeitige Abstimmung mit dem Netzbetreiber bzw. den Versorgungsunternehmen ist daher unbedingt erforderlich.

Wo kann man Hauseinführungen kaufen?
Einige Hersteller liefern ihre Hauseinführungen direkt, andere über den Fachhandel. Auf der Homepage des FHRK befindet sich eine Händlersuche.

Kann ich die Hauseinführung beliebig weit in das Gebäude setzen, wenn der Hausanschlussraum nicht an einer Außenwand liegt?
Mit geeigneten Leerrohrsytemen ist es grundsätzlich möglich, dass die Hauseinführung im Bodenbereich Hausanschlussraum liegt. Es gibt allerdings auch Versorger, die auf den Einbau an der Gebäudeaußenwand bestehen. Bei unterkellerten Gebäuden ist der Hausanschluss zwangsmäßig immer an der Hausaußenwand.
Regelwerke:
Die Lage der Hausanschlüsse muss nach DIN 18012 entsprechend der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV), der Niederdruckanschlussverordnung (NDAV), den AVBWasserV und den AVBFernwärmeV, sowie den allgemein anerkannten Regeln der Technik durch den Netzbetreiber/ das Versorgungsunternehmen festgelegt werden.
Es sind immer die Vorgaben der Netzbetreiber/Versorgungsunternehmen einzuhalten!

Müssen Leerrohre gas- und wasserdicht sein?
Im nicht überbauten Bereich, also außerhalb der Bodenplatte wird von Leerrohren Gas- und Wasserdichtigkeit nicht gefordert.
Im überbauten Bereich (z.B. Bodenplatte) fordert die DVGW eine Gas- u. Wasserdichtheit. Baumusterprüfzertifikate bestätigen, dass die Mehrsparten-Systeme der FHRK-Mitglieder diesen Erfordernissen entsprechen.

Dürfen die Leitungen unter der Terrasse verlegt werden?
Grundsätzlich dürfen die Leitungen unter einer Überbauung liegen, wenn sie in geeigneten Leerrohren geführt sind.
Da die Versorger oder Netzbetreiber jedoch die Führung ihrer Leitungen auf dem Grundstück bestimmen dürfen, müssen Sie sich mit ihnen abstimmen.

Darf man in ein Leerrohr mehrere Leitungen legen? ​
Wenn der Versorger/Netzbetreiber damit einverstanden ist, kann man z. B. ein Stromkabel und mehrere Telekommunikationskabel über ein Leerrohr ins Gebäude einführen.
Wichtig ist, dass diese Ausführung immer vorab mit dem zuständigen Versorgungsunternehmen abgestimmt wird!

Kann ich die Leerrohrsysteme auch bis zur Grundstücksgrenze verlängern?
Wir empfehlen, die Leerrohre bis zur Grundstücksgrenze zu verlegen. So können später bei Erweiterungen (z.B. Glasfaser) Nachbelegungen ohne Aufgrabungen vorgenommen werden.
Leerrohre gibt es in Längen bis 25 m.

Kann man Leerrohre verlängern?
Eine Verlängerung außerhalb des Gebäudes ist technisch möglich. Unter der Bodenplatte müssen Leerrohre ohne Unterbrechung verlaufen.Die Länge des Leerohres sollte im Allgemeinen mindestens 1 m aus dem überbauten Bereich hinausragen. Ausnahmen sind mit dem Netzbetreiber/Versorgungsunternehmen abzustimmen!
Für die Verbindung von Leerrohren zur Verlängerung stellen die Hersteller sogenannte Rohranschluss- / Verlängerungsmanschetten zur Verfügung. Die Manschettenstopfen (Zubehör-Set) werden dann am Ende der verlängerten Rohrtrasse, auf den Leerrohren montiert.

Welcher Abstand von anderen Leitungen/Schächte muss zu den Leerrohren der Mehrsparten-Hauseinführung eingehalten werden?
DIN 18012 fordert unter 5.5.3.1, dass eine kreuzungsfreie Verlegung der Rohre und Kabel sichergestellt werden soll. In den einschlägigen Regelwerken (DVGW und VDE) werden Mindestabstände zu anderen Leitungen gefordert. Im Allgemeinen können diese Mindestabstände durch die Verlegung in Leerrohren unterschritten werden. Ein Abstand der Leerrohre zueinander oder zu anderen Bauteilen ist nicht erforderlich.
In der Praxis hat sich es bewährt, wenn die Planung mit dem zuständigem Versorgungsunternehmen im Vorfeld abgestimmt wurde.

Wann braucht man ein Futterrohr?
Damit eine Ringraumdichtung sich vollflächig an die Innenseite einer Wandöffnung anlegen kann, muss diese glatt und wasserdicht sein. Bei Mauerwerk oder normalem Beton ist ein Futterrohr daher erforderlich. Bei einer Wand aus wasserundurchlässigem Beton (WU-Beton) reicht eine Kernbohrung, wenn die Öffnung lunkerfrei ist und keine Gefahr besteht, dass Bewehrungsstahl rosten kann (ggf. zusätzliche Beschichtung).
Für Bodenplatten aus WU-Beton empfehlen sich Hauseinführungssysteme, deren Grundkörper beim Vergießen der Bodenplatte mit einbetoniert wurden.

 

 

Verlängerungsmanschette

Müssen Hauseinführungen auf Gas– und Wasserdichtigkeit geprüft sein und welche Regelwerke gelten für Hauseinführungen?

Hauseinführungen müssen laut DIN 18012 gas- und wasserdicht sein, damit weder Feuchtigkeit noch Schleich- oder Radongase über die Einführung der Ver- und Ensorgungleitungen in das Gebäude dringen können.
Das gleiche schreibt die DIN 1986-100 für die Entsorgung, also für Entwässerungsanlagen, vor. Die spartenbezogenen Regelwerke der einzelnen Verbände (AGFW, DVGW, VDE-FNN) oder die DIN 18322 für Kabelleitungstiefbauarbeiten enthalten ebenfalls diese Forderung.
Das Strahlenschutzgesetz der Bundesrepublik Deutschland verlangt in Radon belasteten Baugebieten zwingend die Dichtheit gegen Radongase.
Fast alle Netzbetreiber und Versorgungsunternehmen verlangen für die Einführung ihrer Versorgungsleitungen nach DVGW VP 601 geprüfte und zugelassene Hauseinführungssysteme. Sie lehnen nicht zertifizierte Hauseinführungen und ungeprüfte Baustellenlösungen mit KG-Rohren ab.

 

 

 

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